Ein Istanbul Flug lohnt sich immer, denn kaum eine andere Stadt kann auf so eine lange und facettenreiche Geschichte zurückblicken.
Kalchedon und Byzanz in der Vorzeit
Schon Funde aus dem Neolithikum weisen eine Besiedlung des Bosporus nach. Die Meerenge hatte für die Griechen strategische Bedeutung, weswegen auf der asiatischen Seite 685 v. Chr. die Siedlung Kalchedon gegründet wurde. Einige Jahre später gründeten Megarer auf der europäischen Seite Byzantion. In den folgenden Jahrhunderten war Kleinasien Schauplatz vieler Kriege, in die Kalchedon und Byzanz aufgrund ihrer geographischen Lage fast immer verwickelt waren. Unter Vespasian wurde Byzanz schließlich Teil des Römischen Reiches.
Konstantinopel – das Neue Rom
Als im dritten Jahrhundert n. Chr. die Osthälfte des Römischen Reiches immer bedeutungsvoller wurde, baute der römische Kaiser Konstantin I Byzanz als “Neues Rom” aus und nannte die Stadt Konstantinopel. Konstantinopel orientierte sich architektonisch am Vorbild Roms und wurde der Mittelpunkt des byzantinischen Reiches nicht nur, was Verwaltung, Kultur und Wirtschaft anging, sondern auch auch auf kirchlicher Ebene.
Konstaninopel galt aufgrund seiner hervorragenden Befestigung als militärisch uneinnehmbar. Es wurde zwar immer wieder von Seuchen oder Stadtbränden heimgesucht, war aber dennoch eine der wenigen Weltstädte des Mittelalters. Im 12. Jahrhundert hatte die Stadt 700.000 Einwohner.
Im Jahr 1204 wurde Konstantinopel von Kreuzfahrern erobert und geplündert; das byzantinische Herrschaftsgebiet wurde zerstückelt. Schließlich begannen die Osmanen mit der Eroberung Kleinasiens und im Mai 1453 wurde auch Konstantinopel Teil des osmanischen Reiches.
Osmanisches Istanbul und moderne Türkei
Im türkischen Sprachgebrauch wurde die Stadt nun Istanbul genannt. Sie wurde Wohnort der Sultane und Hauptstadt des Reiches. Ein Großteil der Kirchen wurde zu Moscheen; jedoch blieb die Stadt multikulturell. Trotz der äußeren Pracht begann das Reich aber im 19. Jh aufgrund von Korruption und Reformmangel zu bröckeln.
Unter Atatürk verlor Istanbul im Jahr 1923 seinen Hauptstadtstatus. Seine wirtschaftliche und kulturelle Stellung als Schnittstelle zwischen Orient und Okzident ist jedoch weiterhin ungebrochen.